Drogen, Alkohol und die Sucht
In diesem ehrlichen und persönlichen Blogbeitrag spreche ich über die Themen Drogen, Alkohol und Sucht – nicht aus der Theorie, sondern aus eigener Erfahrung. Ich beleuchte die Hintergründe von Suchtverhalten, den Einfluss der Gesellschaft und warum es oft um mehr geht als nur um den Konsum selbst. Ein Text, der zum Nachdenken anregt, Verständnis schafft und Mut machen soll, den eigenen Weg zu finden.
Rodrigo Schöneis
7/4/20253 min read
Drogen, Alkohol und die Sucht
Dieser Blogbeitrag spiegelt meine persönliche Meinung wider – basierend auf meinen eigenen Erfahrungen und denen anderer Menschen, die ich kennenlernen durfte. Menschen, die – wie ich – mit Drogen, Alkohol und der Sucht zu kämpfen hatten.
Sucht – egal in welcher Form – ist oft ein Ausdruck innerer, seelischer Unzufriedenheit. In den meisten Fällen richtet sich diese Unzufriedenheit gegen einen selbst.
Schon als Kinder nehmen wir vieles mit – oder bekommen manches eben nicht mit. Warum trinken so viele Jugendliche bereits in jungen Jahren? Warum zieht es Menschen ins Casino? Warum greifen manche zu Ecstasy, Amphetaminen und Co.?
Es geht um Zugehörigkeit. Jeder Mensch hat das Verlangen, irgendwo dazuzugehören. Schaut euch Fußballvereine an – dort ist Alkohol völlig normal. Ich habe selbst lange Fußball gespielt. Es ist Sport, aber niemand klärt darüber auf, dass Alkohol genauso eine Droge ist wie Kokain oder Amphetamine. Alkohol ist gesellschaftlich akzeptiert, obwohl er schlimmere körperliche Schäden anrichten kann als THC. Alkohol ist ab 16 Jahren legal erhältlich, während Cannabis bis vor Kurzem noch kriminalisiert wurde. Alkohol zerstört Organe – Cannabis hingegen kann Bewusstsein erweitern und sogar heilende Eigenschaften haben. Das eine ist akzeptiert, das andere verpönt.
Doch zurück zum eigentlichen Thema: Am Ende geht es immer um das Gefühl, dazuzugehören – besonders dann, wenn man als Kind nie die emotionale Wärme erfahren hat, die man gebraucht hätte.
Stell dir vor: Du wächst in einem lieblosen Elternhaus auf, bekommst kaum Zuneigung, wirst bestraft oder gar geschlagen. Dein Hilferuf besteht darin, von zu Hause wegzulaufen – vielleicht bis an die tschechische Grenze. Doch deine Eltern interessiert das nicht. Sie sehen nur das, was ihr Ego ihnen vorgibt. Dann landest du im Heim, zwischen anderen Kindern – einer Gruppe. Du willst nicht wieder allein sein. In dieser Gruppe gibt es Alkohol und Drogen. Wie würdest du dich entscheiden – als 12- oder 13-jähriges Kind?
Das ist ein drastisches Beispiel – aber leider kein seltenes.
Ein alltäglicheres Szenario: Du bist 16, hast eine Clique, es ist Party angesagt fürs Wochenende. Du weißt, es wird Alkohol geben. Deine "Freunde" (in Anführungszeichen, denn viele wissen nicht, was wahre Freundschaft bedeutet) fragen dich. Eigentlich willst du keinen Alkohol trinken, aber dir fehlt die innere Stärke, das klar zu kommunizieren. Also sagst du zu. Du trinkst mit, feierst, hast scheinbar Spaß – für ein paar Stunden. Und was bleibt?
Ein belogener Körper, eine enttäuschte Seele. Und Menschen, die dich fortan nur noch als jemanden sehen, mit dem man feiern kann – aber nicht auf tiefer Ebene verbunden ist.
Es ist schwer, als Jugendlicher aus einem zerrütteten Elternhaus einen anderen Weg zu gehen – einen, der Stärke, Bewusstsein und Selbstachtung erfordert.
Ich kann euch sagen: Das Gefühl, das XTC (MDMA) auslöst, ist im normalen Leben schwer zu erreichen. Es schüttet eine Welle an Glückshormonen aus. Fast nichts in dieser Welt kommt dem nahe – fast. Aber es gibt etwas. Jeder Mensch muss selbst herausfinden, was das ist. Das ist auch der Grund, warum ich „Ich und Mein Ich“ ins Leben gerufen habe. Ich möchte den Menschen dabei helfen, genau daszufinden. Jeder Mensch kann von Drogen, Alkohol und Zigaretten loskommen – mit Wille und einem neuen Lebensinhalt, der echte Freude bringt. Etwas, das das Herz – die Seele – berührt.
Leider wird das Thema Suchtprävention in Deutschland immer noch vernachlässigt. Suchtberatungsstellen sind überlastet. Streetworker kämpfen oft auf verlorenem Posten.
Wenn Politik wirklich Veränderung wollte, könnte sie etwas bewirken. Doch es passiert wenig – weil es niemanden wirklich interessiert und mit Sucht leider auch Geld verdient wird. Und so bleibt es meist beim Schein von Engagement, während das echte Leid unbeachtet bleibt.
Deshalb ein Dank an alle, die dennoch helfen – ehrenamtlich, mit Herz, für andere Menschen.
Ich war selbst zweimal in Therapie. Viele Konzepte dort wirken wie reine Geldmacherei. Die Therapeuten geben ihr Bestes – aber auch sie stoßen an Grenzen. Ich bin überzeugt: Es braucht mehr Therapeuten, die selbst einmal süchtig waren. Menschen, die nicht nur aus Büchern wissen, was Sucht bedeutet – sondern es am eigenen Leib erfahren haben. Nur so ist echte Empathie möglich.
Zum Abschluss: Sucht ist tiefgreifend. Sie wird von der Gesellschaft befeuert. Sie lässt uns vergessen, wer wir sind und warum wir hier sind. Sie macht keinen Unterschied zwischen Arm und Reich. Sie ist der Versuch, dazu zugehören – ein Ausdruck der Sehnsucht nach innerem Frieden.
Doch am Ende verliert man alles: sich selbst, die Gesundheit, Freunde, Familie.
Und wofür?
Hoffnung
„Denke immer daran: Jeder Tag ist ein neuer Anfang.“
Ehrlichkeit
Mut
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